Fotos zu diesem Buch

MONTE MUSINÈ (1150 m)

Grajische Alpen, Italien

1901: Die Inschrift auf der Bronzetafel erinnert an den Sieg des römischen Kaisers Konstantin "im Zeichen des Kreuzes" vor 1600 Jahren. Papst Leo XIII. lässt auf diese Art 18 italienische Gipfel mit Symbolen des Christentums "besetzen".

© Hans-Joachim Löwer

GROSSER PRIEL (2515 m)

Totes Gebirge, Österreich

1914: Patriotische Fahnenweihe zu Ehren der Habsburger Monarchie. Der englische Gebirgsmaler Edward T. Compton fertigt von der Szene zu Beginn des Ersten Weltkriegs gleich mehrere Aquarelle.

© Archiv Heinz Schachner

HEIGELKOPF (1205 m)

Bayerische Voralpen, Deutschland

1933: Im Taumel der Nazi-Begeisterung benennt die Gemeinde Wackersberg den Gipfel in "Hitlerberg" um. Ein Hakenkreuz mit Fackeln leuchtet durch die Nacht.

© Andreas Wild

ZUCKERHÜTL (3507 m)

Stubaier Alpen, Österreich

1948: Pfarrer Karl Loven macht den Bau des Gipfelkreuzes zum Thema eines Films. Darin geht es um Rivalität und Rache, Schuld und Sühne. Später schreibt der populäre, engagierte und umtriebige Priester darüber auch noch einen Roman.

 

 

 

 

 

 

© Archiv Johannes M. Pittl

KAISEREGG (2185 m)

Freiburger Voralpen, Schweiz

1950: Katholische Jung-mannschaften schleppen Holzbalken zum Gipfel. Die Kirche will in dem ländlich-konservativen Kanton ein Zeichen gegen den Sitten-verfall setzen.

© Jean Mülhauser /
Archiv Kanis Zbinden

LANGKOFEL (3181 m)

Dolomiten, Italien

1954: Bergführer Johannes Demetz kniet als gebroche-ner Mann vor dem Kreuz für seinen Sohn Toni. Dieser wurde nahe dem Gipfel vom Blitz getroffen und starb bald darauf im Schnee.

© Archiv Familie Demetz

VORDERES KREUZJOCH (2845 m)

Samnaungruppe,

Österreich

1968: Unter unsäglichen Mühen stellen junge Männer aus dem Dorf See ein Kreuz mit 17,73 Meter Höhe auf – das höchste Holzkreuz der Alpen. Einige brechen beim Transport vor Erschöpfung zusammen.

© Rudolf Schmid

CRESTA CROCE (3278 m)

Adamellogruppe, Italien

1988: Papst Johannes
Paul II. trifft Alpini und Alpinisten. Zur Erinnerung daran wird zehn Jahre später ein 3,5-Tonnen- Granitkreuz errichtet.

© Archiv Pedretti Graniti        

TOFANA DI ROZES (3225 m)

Dolomiten, Italien

1989: Mit Hilfe eines Hubschraubers setzen Bergfreunde aus Bologna ein eisernes Gipfelkreuz wieder zusammen, das von Wind und Sturm gefällt wurde. Darüber kommt es zu einem heftigen Streit mit Ugo Pompanin, dem Präsidenten der Regole, einer basisdemokratischen Genossenschaft von einheimischen Ladiner-Familien.

 

 

 

 

 

© Archiv Michele Pasquali

AUGSTBORDHORN

(2971 m)

Walliser Alpen, Schweiz

1992: Das Grab seines Vaters wurde aufgelöst. So schenkt Bernhard Zuber dem Verkehrsverein Törbel das von ihm geschmiedete Friedhofskreuz. Es erhält hoch über dem Dorf einen neuen Platz.

© Hans-Joachim Löwer

ZUGSPITZE (2962 m)

Wettersteingebirge,

Deutschland

1993: Das 142 Jahre alte Kreuz, von Gewehrkugeln durchsiebt, wird ins Museum gefahren. 1851 wurde es, in 28 Teile zerlegt, auf den Gipfel getragen.

 

© Archiv Franz Würzinger

NAVISER SONNENSPITZE (2619) m)

Tuxer Alpen, Österreich

1995: In Volders plant ein Berglaufteam, in Navis jenseits des Passes der Trachtenverein. Beide Seiten wissen nichts von den Vorbereitungen im Nachbartal. So stehen am Ende zwei Gipfelkreuze.

© Hans-Joachim Löwer

BÄRENFEICHTENMÖLBING (1770 m)

Totes Gebirge, Österreich

1998: Werkzeug für Bergleute am Stamm des Gipfelkreuzes. Der Almwirt Fred Kerschbau-mer will damit an die Opfer des Grubenunglücks von Lassing erinnern, bei dem zehn Männer ihr Leben verloren.

© Hans-Joachim Löwer

HOCHFELLN (1674 m)

Chiemgauer Alpen, Deutschland

2000: Der Wind hat der Schnee- und Eishülle eine bizarre Form verliehen. Das Kreuz wurde 1886 zu Ehren von Bayerns König Ludwig I., dem "Vater des Volkes", erbaut.

 

 

 

 

 

 

 

© Franz Josef Strauß

WASSERBERGFIRST

(2340 m)

Schwyzer Alpen, Schweiz

2000: Gerüststangen, Kranseile, Telefonmasten: Heinrich Suter hat dieses Kreuz aus Schrott gebaut. "Es musste etwas Stabiles, aber auch Winddurch-lässiges sein."

 

© Hans-Joachim Löwer

AUSSERRASCHÖTZ

(2281 m)

Dolomiten, Italien

2001: "Da hast du dein Lebenswerk geschaffen", sagen Grödner, als Josef Bernardi diesen Korpus geschnitzt hat. An der Darstellung scheiden sich  die Geister.

© Hans-Joachim Löwer

MÄNDLI (2060 m)

Emmentaler Alpen, Schweiz

2003: Elf Männer aus Giswil haben ein Kreuz aus Stein, Eisen und Holz entworfen. Das vierte Element, die Luft, ist ein Loch mit vier Zentimeter Durchmesser, das durch die Holzscheibe gebohrt wurde.

© Hans-Joachim Löwer

APERER FREIGER (3261 m)

Stubaier Alpen, Österreich

2004: Drei Orgelpfeifen, die im Wind erklingen. Sieben Jahre hält das Kreuz, das der Künstler Hansjörg Egger, der Hüttenwirt Norbert Schöpf und der Musiker Peter Margreiter erdacht haben.

© Hansjörg Egger-Stern

PFITSCHKOPF (2120 m)

Texelgruppe, Italien

2005: Otto Unterthurner baut für die Wanderfreunde Riffian-Vernuer ein Wetterkreuz mit drei Querbalken. Früher stellten die Bauern solche Weg- und Gipfelzeichen auf – sie erhofften dadurch Schutz vor den Naturgewalten.

© Hans-Joachim Löwer

ALBERFELDKOGEL (1709 m)

Höllengebirge, Österreich

2006: Stahlwürfel mit landestypischen Steinen aus den EU-Ländern. Schüler der Höheren Technischen Lehranstalt Wels haben dieses Europa-Kreuz gebaut. Stabil und doch nach allen Seiten offen – das ist seine Botschaft.

 

 

 

 

 

 

© Hans-Joachim Löwer

STECKNADELHORN (4241 m)

Walliser Alpen, Schweiz

2008: Jan Schnidrig hat das Kreuz nach seiner bestandenen Bergführer-Prüfung gebaut. Das Seil aus Armierungseisen wurde auf dem Amboss erhitzt und zu Schlaufen gebogen. Der verzinkte Pickel erinnert an eine Tour am Gasherbrum II im Karakorum, wo der junge Schweizer bei einem Lawinenabgang nur knapp dem Tod entkam.

 

 

 

© Jan Schnidrig

BRISTEN (3073 m)

Urner Alpen, Schweiz

2009: Natur pur: Zwei lange, spitze Felsbrocken sind mit einer Reepschnur zusammengebunden. Das Gipfelzeichen soll bewusst ganz schlicht sein: unbehauen, wie gefunden.

 

 

© Damian Herger

KLEINER GILFERT (2388 m)

Tuxer Alpen, Österreich

2009: Acht Symbole des Christentums am Kreuz, acht Symbole anderer Religionen daneben. Die Multi-Kulti-Idee von Herbert Kirchmair aus Weerberg hat für politischen Wirbel gesorgt.

 

 

© Hans-Joachim Löwer

EIBENBERG (1598 m)

Salzkammergut-Voralpen, Österreich

2011: Ein Kreuz in Form
einer Armbrust, das Werk einer Projektgruppe der Berufsschule Attnang. Die so genannten Stahelschützen schießen noch heute mit dieser Waffe.

© Markus Siller

GR. MANNLKOPF (1890 m)

Berchtesgadener Alpen, Deutschland

2011: Rudi Lochner gibt

dem einstigen Grabkreuz einen Blattgold-Anstrich. Hermann Irlinger fand es
auf einem Dachboden.

© Josef Stanggassinger

FILZMOOSHÖRNDL (2189 m)

Ankogelgruppe, Österreich

2012: Ein Kreuz aus einem einzigen Stück – das war der Traum von Ignaz Hettegger aus Großarl. Er fällte "seinen" Baum im tiefen Februar-Schnee – damit das ebenmäßige Geäst weich landete und nicht beschädigt wurde.

© Hans-Joachim Löwer

GROSSVENEDIGER (3657 m)

Venedigergruppe, Österreich

2012: Der Kreuzsockel hängt samt seiner Holzumfriedung eineinhalb Meter über dem Boden. Der Eispanzer, der es einst umklammerte, ist weg-geschmolzen – eine Folge des Klimawandels.

© Bergrettung Prägraten

ORTLER (3905 m)

Ortlergruppe, Italien

2013: Ein Hubschrauber

fliegt ein neues Kreuz auf den Gipfel. Zwei Klassen der Südtiroler Landes-berufsschulen in Brixen und Schlanders haben dafür zusammengearbeitet.

 

© Bergrettung Sulden

BRUNNKOGEL (1708 m)

Höllengebirge, Österreich

2013: Schüler der Höheren Technischen Bundeslehranstalt Vöcklabruck stellen am Kreuzbalken traditionelle Berufe der Region dar: den Bauern, Holzfäller, Zimmermann, Schlosser, Schmied, Maurer, Arzt und Technischen Zeichner.

 

 

 

 

 

 

© Archiv Hans Treml

MONDSPITZE (1967 m)

Rätikon, Österreich

2014: Ein nächtliches Sonnwendfeuer erleuchtet das kunstvoll geschmiedete Kreuz. Das florale Muster ist das Werk von Lehrlingen des Metallbetriebs Hilti, der im Dorf Thüringen am Ausgang des Großen Walsertals liegt. Sie arbeiteten vor gut 50 Jahren unter Anleitung von Meister Ferdinand Simliger – ihre Namen aber sind unbekannt.

 

 

 

 

 

 

 

 

© Anonym

HOHE VILLERSPITZE (3087 m)

Stubaier Alpen, Österreich

2015: Helmut Egger, Patrick Pranger und der Nepalese Puchhanga Lhomi bauen ein neues Kreuz. Es ist ein Gemein-schaftsprojekt zweier eng befreundeter Familien.

© Horst Fankhauser

HOHER ROSSHUF (3199 m)

Venedigergruppe, Italien

2015: Hüttenwirt Richard Steger hat, dem Namen des Berges entsprechend, sein Gipfelkreuz mit einem Hufeisen umrahmt. Die Südtiroler Forst- und Domänenverwaltung aber ist dagegen – so stellt er sein Werk drunten im Ahrntal auf.

© Hans-Joachim Löwer

LYFISPITZE (3351 m)

Ortlergruppe, Italien

2015: Berge, Beeren, Biathlon: Ein Tourismus-Logo inspiriert Manuel Kofler und René Holzknecht zur Matura-Arbeit an der Fachschule für Land- und Forstwirtschaft Fürstenburg.

© René Holzknecht

SCHAFREUTER (2102 m)

Karwendel, Deutschland

2016: Mal mit dem Beil,
mal mit der Säge – wie auf diesem Gipfel werden im Isarwinkel binnen weniger Wochen gleich mehrere Kreuze zerstört. Die Täter bleiben unbekannt.

© Max Nichtl

ROTSPIELSCHEIBE (1940 m)

Berchtesgadener Alpen, Deutschland

2017: "Ich will nicht das pure Leiden zeigen, wie es fast alle Kruzifixe tun", sagt die Holz-bildhauerin Regina Marmaglio. "Es soll Erlösung einfließen, die ja in dem Kreuzestod steckt."

© Hans-Joachim Löwer

HOHE REISCH (2003 m)

Sarntaler Alpen, Italien

2017: Fast 100 "Stoanerne Mandln" säumen das knapp 40 Jahre alte Kreuz. Niemand weiß, wer diese Steinmänner wann und warum errichtet hat. In früheren Jahrhunderten fanden hier angeblich nächtliche Hexenkulte statt.

© Hans-Joachim Löwer

VORD. SAJATKOPF (2915 m)

Venedigergruppe, Österreich

2017: Begleitet von Blasmusik erhält das neue, 13 Meter hohe Monument in Prägraten den kirchlichen Segen. Beim Bau des Vorgängerkreuzes 1958 polterte der Längsbalken
800 Meter in die Tiefe.

© Christian Kröll

M. MULAZ (2906 m)

Dolomiten, Italien

2017: Eine einsame Glocke, ein schiefes Kreuz auf einem mit Steinen gefüllten Stahlgerüst. Pfarrer Romeo Sorio und die von ihm ge-gründete Familia Alpinistica in Verona haben es 1961 errichtet.

© Hans-Joachim Löwer

SCHARTWAND (2339 m)

Tennengebirge, Österreich

2017: Sieben Jahre hielt dieses Werk aus Verbund-sicherheitsglas der Witte-rung stand. Dann wird es, vermutlich aus Versehen, durch Menschenhand gefällt - und liegt gewellt wie ein Teppich am Boden.

© Archiv Roland Steiner

VORDERE KENDLSPITZE (3088 m)

Hohe Tauern, Österreich

2017: Ein Ungetüm, 700 Kilogramm schwer. "Ich wollte etwas Stabiles bauen", sagt der Schmied Franz Unterweger aus Kals. "Na ja, vielleicht ist es ein wenig zu robust geworden."

© Hans-Joachim Löwer

GROSSE KINIGAT (2689 m)

Karnische Alpen, Österreich

2017: Menschen von beiden Seiten der einst umkämpften Grenze feiern mit Kooperator Siegmund Pichler die jährliche Bergmesse. Die Gedenktafel am Kreuz trägt die Inschrift: "Nie wieder Krieg!"

© Hans-Joachim Löwer

SCHÖNFELDSPITZE (2653 m)

Steinernes Meer, Österreich

2017: Die Pietà als Gipfelkreuz. Anton Thuswaldner aus Kaprun hat eine Nachbildung des

epochalen Werks von Michelangelo geschnitzt. "Es ist eine Anspannung", sagt er, "die Körper und Seele befällt."

 

© Sepp Wurm

RÖTHENSPITZE (2434 m)

Sarntaler Alpen, Italien

2017: Eines von 28 Holz-kreuzen, die Bergführer Ulrich Köstler gebaut und auf wenig besuchten Bergen aufgestellt hat – um dann in den Gipfelbüchern die seltenen Einträge zu studieren.

© Hans-Joachim Löwer

WILDE KREUZSPITZE

(3132 m)

Pfunderer Berge, Italien

2017: 46 Wörter in fünf Sprachen zieren 14 Hohl-körper, die Mühlbacher Alpinisten zu einem Kreuz zusammenfügen. Schüler der Landesberufsschule Tschuggmall in Brixen haben die Teile gefertigt.

© Hans-Joachim Löwer

BUCHENSTEINWAND (1450 m)

Kitzbüheler Alpen, Österreich

2017: Erst umstritten, heute Besuchermagnet – das einzige begehbare Gipfelkreuz der Alpen. Die Idee dazu kam dem Tourismus-Manager Toni Wurz-rainer bei einer Fuß- und Radtour auf dem Jakobsweg.

© Hans-Joachim Löwer

GARTNERKOFEL (2195 m)

Karnische Alpen, Österreich

2017: Ein Mahnmal aus einer anderen Zeit. Sportler und Bergsteiger errichteten vor

60 Jahren ein Eisernes
Kreuz – zum Gedenken an
die Toten zweier Weltkriege, aber auch zur Erinnerung an die Volksabstimmung von 1920 in Kärnten.

© Hans-Joachim Löwer

TÖRLSPITZE (1510 m)

Oberösterreichische Voralpen, Österreich

2017: Peter Mandlbauer sucht sich einsame Gipfel aus. "Meine Kreuze sollen auf Augenhöhe bleiben", sagt er. "Man soll nicht zu ihnen aufblicken. Sie sind menschliche, nicht göttliche Bauwerke.

 

© Hans-Joachim Löwer

M. CORNIZZOLO (1241 m)

Comer Voralpen, Italien

2017: Die letzte Ruhestätte für ein umgestürztes, lange verschollenes Gipfelkreuz. Einwohner der Dörfer Canzo und Civate fanden seine Teile 1997 in einem Waldstück unter Büschen und Sträuchern.

 

© Hans-Joachim Löwer